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Anschrift
Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück
Puschkinplatz 1
99638 Kindelbrück

Stadt Kindelbrück

    Login für Stadtratsmitglieder

    Internet: Die Stadt Kindelbrück betreibt keine eigene Internetseite.

    Größe: 1.329 ha
    Realsteuer Hebesätze in % (Stand 01.01.2017)
    Grundsteuer A 295
    Grundsteuer B 402
    Gewerbesteuer 395
    Einwohner (Stand 17.09.2018): 1.802
    Bürgermeister: Roman Zachar                                                          Sprechstunde des Bürgermeisters: Donnerstags 16:00 bis 17:30 Uhr, Puschkinplatz 1 in Kindelbrück





    Lage der Stadt

    Die Stadt Kindelbrück ist der größte Ort und somit auch Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft. Sie liegt am Nordrand des Thüringer Beckens, etwa 8 km südwestlich der zwischen den bewaldeten Muschelkalkhöhenzügen Hainleite und Schmücke gelegenen Thüringer Pforte entfernt, in stark welliger bis schwach hügeliger Umgebung.

    Schon die alte Handelsstraße von Augsburg über Erfurt zu den Hansestädten führte durch Kindelbrück und die daraus in unserem Gebiet entstandene Bundesstraße B 86 verläuft noch jetzt mitten durch Kindelbrück und teilt die Stadt in die Oberstadt und Unterstadt.

    Die Gemarkung der Stadt Kindelbrück umfasst etwa 1.300 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Berühmt wurde die Stadt vor allem durch das Obstanbaugebiet, eines der größten in Thüringen. Der Boden und das Klima in der Gemarkung Kindelbrück eignen sich zum Anbau aller anspruchsvollen Feldfrüchte. Der Flurteil "Die Weinberge" erinnert an den Anbau der Weinrebe und die "Waidgartenstraße" an den Waidanbau in der Gemarkung Kindelbrück in vergangener Zeit. Auch sonst bietet Kindelbrück einiges zu sehen.
    Da wären zum Beispiel die Stadttore, das Gründelsloch und vieles andere Geschichtliche.


    Entstehung Kindelbrücks

    In welchem Jahrhundert der Ort Kindelbrück gegründet wurde, ist nicht schriftlich überliefert worden. Dadurch gehört Kindelbrück zu den vielen deutschen Orten, die die Zeit ihrer Entstehung nicht konkret nachweisen, sondern nur hypothetisch aus den historischen Geschehen jener Zeit in unserem Gebiet herleiten können.

    Kindelbrücks erste Nennung erfolgte schriftlich als "Kindelbruccun" im Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld. Der Abt des Klosters Hersfeld, Lullus, hatte vor 775 von den Mönchen ein Güterverzeichnis anfertigen lassen, in dem die Orte und der dort dem Kloster gehörende Grundbesitz eingetragen sind. In diesem Güterverzeichnis sind etwa 300 deutsche Orte verzeichnet, die wie Kindelbrück ihre erste Nennung dieser Tätigkeit der Mönche verdanken. Die am 05. Januar 775 erfolgte schriftliche Nennung "Kindelbruccuns" sagt aber nur aus, dass "Kindelbruccun" damals bestanden hat, nennt aber nicht die Zeit der Entstehung. Wenn das Kloster 775 in "Kindelbruccun" und Griefstedt 7 Hufen und 4 Mansen Grundbesitz hatte, das sind etwa 330 Morgen, so wird damals "Kindelbruccun" nicht nur aus einigen Häusern bestanden haben. Das Jahr 775 kann wahrscheinlich nicht das Gründungsjahr "Kindelbruccuns" sein.

    Wie und in welcher Zeit Kindelbrück entstanden ist, wird wohl nicht nachgewiesen werden können. Aus den historischen Geschehen in jener Zeit in unserem Gebiet soll nun die Beschreibung der wahrscheinlichen Entstehung der Brückensiedlung "Kindelbruccun" hergeleitet werden, die sich um 550, jedenfalls nach 531 und etwa 570 vollzogen haben kann. 531 hatten die machtgierigen Franken und ihre verbündeten Sachsen das große Reich der Thüringer besiegt. Zum Vorstoß in dieses ehemalige thüringische Gebiet haben die Franken eine Brücke über die Wipper gebaut, und so konnten sie, ohne die natürlichen und größeren Hindernisse der Hainleite oder Schmücke überwinden zu müssen, mühelos durch die Thüringer Pforte nach Norden vorstoßen. Nun ist es denkbar, dass die beim Bau der Brücke Beschäftigten hier angesiedelt wurden oder sich ansiedelten um als Hufen- oder Mansenbauern das Land zu bearbeiten und durch Rodung mehr Ackerland zu gewinnen.


    Entstehung des Namens "Kindelbrück"

    Vielen Namen liegen Geschehnisse zu Grunde, aber auch Vorstellungen, Personennamen und Besitz fanden und finden bei der Bildung eines Namens Verwendung. In der Vergangenheit bildete auch die Sage für die Entstehung vieler Ortsnamen eine besondere Rolle. Unser Ortsname "Kindelbrück" ist zusammengesetzt aus dem Grundwort "brück" und dem Bestimmungswort "Kindel". Das Grundwort "brück" besagt, dass der Ort nach einem Fluss- oder Talübergang, nach einer Brücke benannt worden ist und für das Bestimmungswort "Kindel" gibt es sogar mehrere Erklärungen. Die wohl älteste Erklärung für die Entstehung des Ortsnamens "Kindelbrück" ist die Sage, nach der zwei Knaben auf Steckenpferden auf der Wipperbrücke spielten, gegeneinander ritten, kämpften wie im Turnier und so vertieft in ihr Spiel waren, dass sie in die Wipper gefallen und ertrunken sind. Danach soll der Ortsname "Kinderbrücken" entstanden sein, der dann zu "Kindelbrück" abgewandelt wurde.

    Eine andere Erklärung für das Bestimmungswort "Kindel" ist die Ableitung von einem Fährmann "Chintila". Demnach musste sich an geeigneter Stelle an der Wipper ein Fährmann "Chintila" angesiedelt haben, der die Überschreitung der Wipper an dieser Stelle ermöglichte. Ein solcher Fährmann musste dann aber hier schon vor dem Bau der Brücke sesshaft gewesen sein, denn nach dem Bau der Brücke über die Wipper war ein Fährmann an dieser Stelle überflüssig.

    Für die Entstehung des Bestimmungswortes "Kindel" im Ortsnamen Kindelbrück ist wohl die Erklärung der Ortsnamenforschung zutreffend, nach der "Kindel" eine Abwandlung von "König" ist, die häufig vorkommt. Woher kam aber das Bestimmungswort "König" in unserem Ortsnamen "Kindelbrück"? Die Franken und Sachsen hatten 531 Thüringen besiegt. Die Franken gliederten den größten Teil Thüringens in ihr großes Frankenreich ein. Bei den Franken war damals das eroberte Thüringer Land "Königsland", das der König zu Reichsgut machen konnte oder auch als Lehengut für bestimmte Staatsdienste vergab, aber auch nach eigenem Ermessen verschenken konnte. Da die um 550 gebaute Brücke über die Wipper auf "Königsland" gebaut worden war und außerdem auch eine strategisch sehr wichtige Brücke war, wird sie anfangs "Königbrücke" genannt worden sein. Diesen Namen wird auch die damalige Brückensiedlung gehabt haben. Durch die fränkischen Soldaten oder durch die Hufen- und Mansenbauern aus dem Moselgebiet wurde aber das Bestimmungswort "König" zu "Kindel" und das Grundwort "brücke" zu "bruccun" aus Königsbrücke abgewandelt, so dass um 775 der Ortsname "Kindelbruccun" aus Königsbrücke entstanden war. Aber auch der Ortsname "Kindelbruccun" blieb nicht bis in unsere Zeit bestehen, sondern die Schreibweise des Ortsnamens wurde besonders bis zum beginnenden 17. Jahrhundert häufig verändert.


    Verleihung des Stadtrechts an Kindelbrück

    Um 1000 war aus der Brückensiedlung "Kindelbruccun" das stattliche Bauerndorf Kindelbrück entstanden. In den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts begann die Periode der Stadtrechtsverleihung. In dieser Zeit verlieh der Landesherr das Stadtrecht an Dörfer und erhob sie dadurch in die Reihe der bestehenden Städte. Für eine solche Stadtrechtsverleihung musste eine angemessene Gebühr an den Landesherrn gezahlt werden. Die Stadtrechtsverleihung wurde die häufigste Form der Gründung neuer Städte.

    Am 12. März 1291 verlieh der Thüringer Landgraf Albrecht II, der Entartete, seinen Bauern im Dorf Kindelbrück das Stadtrecht, das heißt konkreter, das Recht der Stadt Weißensee, die etwa 50 Jahre früher planmäßig neu gebaut worden war. Dieses in ca. 50 Jahren städtischer Entwicklung herausgebildete Recht einer planmäßig gebauten Stadt wurde am 12. März 1291 auf das Bauerndorf Kindelbrück übertragen. In Kindelbrück, einem aus einer Siedlung gewachsenen Bauerndorf mit unregelmäßigen Straßenzügen und Häuserreihen, hatten sich aber damals noch keine städtischen Merkmale wie Handwerk und Handel herausgebildet. Die Stadtrechtsverleihung war damals auch mehr eine wohlgefällige Geste des Landesherrn, eine Form der Wiedergutmachung. Wie es in der Urkunde heißt, hatten die Vögte des Landesherrn ohne sein Wissen von den Bauern im Dorf Kindelbrück über Gebühr Abgaben und Dienste gefordert. Als Entschädigung dafür erhielt das Dorf Kindelbrück das Stadtrecht und wurde damit vom Landesherrn vom Dorf zur Stadt erhoben.

    Aber mit der Übergabe der Urkunde wurde ein Dorf nicht zur Stadt. Der Thüringer Landgraf Albrecht II. hatte Kindelbrück auch keine städtischen Privilegien wie Stadtstatut, Marktrecht, Braurecht, Stadtgericht und ähnliches verliehen, sondern er überließ es seinen Kindelbrücker Bauern aus ihrem Dorf eine Stadt zu machen.

    Etwa Mitte des 14. Jahrhunderts hatte der Thüringer Landgraf Friedrich Kindelbrück für 2.000 Gulden wiederkäuflich an den Grafen Hermann von Beichlingen verpfändet, der auf der benachbarten Sachsenburg wohnte. Weil dem Grafen Hermann von Beichlingen die Entstehung einer Stadt unmittelbar vor seinen Burgen Sachsenburg und Hakenburg missfiel, wollte er die städtische Entwicklung Kindelbrücks durch hohe Abgaben und Dienste von den Kindelbrückern hemmen. Die Obrigkeit Kindelbrücks bemühte sich durch Bittgesuche an den Grafen Hermann, die Abgaben und Dienste zu mindern. Da das aber ohne Erfolg blieb, wendete sich die Obrigkeit Kindelbrücks an den Landesherrn und bat ihn um Hilfe. Darüber war Graf Hermann sehr verärgert und warb Söldner aus Nordhausen, Erfurt und Mühlhausen, um 1359 Kindelbrück zu überfallen, die Häuser zu geplündert und zu brandschatzen. Als Landgraf Friedrich das vernommen hatte, zog er den Grafen Herrmann zur Verantwortung. Der Graf Hermann und die beim Überfall beteiligten Städte mussten hohes Sühnegeld zahlen, mit dem Kindelbrück aus der Schuldverschreibung gelöst und der verursachte Schaden gemildert werden konnte.

    Nach dem Überfall hatten sich in Kindelbrück zahlreiche Handwerker und auch Kaufleute angesiedelt und die handwerkliche Tätigkeit wurde zunehmend vielseitiger. Auch der Handel entfaltete sich und in Kindelbrück war eine deutliche städtische Entwicklung erkennbar.

    Am 04. Juni 1372 erneuerten die drei Thüringer Landgrafen Friedrich, Wilhelm und Baltasar der Stadt Kindelbrück das von ihren Vorfahren verliehene Stadtrecht. Sie förderten die städtische Entwicklung Kindelbrücks auch durch die Verleihung städtischer Privilegien, wie städtischer Statuten, Marktrecht, Stadtgericht, Braurecht und andere. Es war damals üblich, den Städten, die sich nicht zügig entwickelten, das schon verliehene Stadtrecht sogar mehrmals zu erneuern und durch Verleihung geeigneter Privilegien die städtische Entwicklung zu fördern. Obwohl im 17. und 18. Jahrhundert fast in jedem zweiten Haushalt ein selbstständiger Handwerker tätig war, entwickelte Kindelbrück sich nicht zur größeren Stadt. Kein Handwerker entwickelte aus seiner Werkstatt einen größeren Produktionsbetrieb. Die Entwicklung zur größeren Stadt hat sich in Kindelbrück nicht vollzogen.


    Die Stadtmauer

    Durch die Stadtmauer erhält ein Ort nicht nur ein städtisches Aussehen nach außen, sondern sie gewährleistet auch einen wirksamen Schutz gegen äußere Angriffe. Im Allgemeinen waren die Städte bemüht, ihre Mauern so schnell wie möglich zu errichten. Die Stadtväter unseres Ortes hatten es aber mit dem Bau ihrer Mauer nicht so eilig, sondern gaben etwa 200 Jahre lang anderen Bauvorhaben den Vorrang. Da das ständige Verzögern des Baues der Stadtmauer auch dem Landesherrn Herzog Georg von Sachsen missfiel, erteilte er den Kindelbrückern den strengen Befehl unverzüglich ihre Mauer zu bauen. Mit dem Bau wurde 1508 begonnen, Baumeister war Nikel Krantz aus Frankenhausen.

    Zuerst wurde sie um die Kirche St. Ilgen und den davor liegenden Friedhof gebaut und danach um die ganze Stadt. Sie hat einen fast rechteckigen Grundriss mit etwa 800 m Länge und 600 m Breite. Die Höhe hat ursprünglich 4 m betragen mit zwei Reihen Schießscharten. Vom Boden her ist die Mauer innen bis zur reichlichen halben Höhe so breit verstärkt, dass darauf die Verteidiger an den oberen Schießscharten laufen, stehen bzw. schießen konnten. Die Mauer hatte drei vorgebaute Türme, durch die das Rechteckt ausgebuchtet ist. Durch diese vorgebauten Türme konnte die Stadt bei einem Angriff wirksamer verteidigt werden. Der Zugang zur Stadt erfolgte durch vier Stadttore und zwar durch das Weißenseer Tor an der Südseite, das Frankenhäuser Tor im Norden, das Obertor im Nordwesten und das Pfortentor im Südosten. Alle vier Tore hatten einen Überbau, der als Wachstube genutzt wurde. Unmittelbar am Weißenseer Tor war auch die Wohnung des Torhüters. Die vier Tore wurden abends geschlossen und danach konnten nur noch die Personen passieren, die sich redlich ausweisen konnten.

    Wenn die Kindelbrücker Stadtmauer auch einen zahlenmäßig großen Angreifer kaum Stand halten konnte, so wurden doch besonders im 30-Jährigen und auch im 7-Jährigen Krieg mehrmals kleinere Angriffe von umherziehenden und plündernden Soldaten und besonders Marodeuren hinter der schützenden Stadtmauer erfolgreich abgewehrt. Die Kindelbrücker Stadtmauer gehört zu den wenigen Stadtmauern in Deutschland, die noch heute fast vollständig erhalten ist und steht unter Denkmalschutz.


    Der Rathausturm

    1589 wurde der Rathausturm gebaut. Bis zu dieser Zeit war das Rathaus turmlos. In diesen Turm baute 1589 ein Uhrmachermeister die Stadtuhr ein. Es war ein sonderbares Uhrwerk, weil es einen Sensenmann und eine Mondkugel hatte. Der Sensenmann öffnete zu Beginn der letzten Stunde des Tages sein Türlein mit der Inschrift "Dies ist die letzte Stunde" und die Mondkugel zeigt die Mondphasen an.


    Das Gründelsloch

    Westlich der Stadt liegt das angeblich grundlose Wasserloch, das sogenannte Gründelsloch. Die durch ein wunderbares Farbspiel ausgezeichnete und von alten Sagen umwobene Karstspaltquelle schüttet in der Minute ungefähr 15.600 l Wasser und ist damit Thüringens stärkste Quelle. Das fast kreisrunde Wasserbecken von annährend 22 Meter Durchmesser und 9 Meter Tiefe ist mit vielen hohen Bäumen und Gebüsch umgeben. Etwas Faszinierendes ist jedoch das Farbenspiel des glasklaren Quellwassers im Sonnenschein. Im Zentrum des Trichters befinden sich mehrere Öffnungen von 25 bis 30 cm Durchmesser, aus denen das Wasser quillt. Es sieht hier aus, als würde der Sandboden kochen. Das Wasser hat jedoch eine gleichbleibende Temperatur von 10 bis 11 Grad Celsius. Aus dem hohen Kalkgehalt des Wassers (71 deutsche Härtegrad) darf geschlossen werden, dass dieses schon einen weiten unterirdischen Weg durch das kalkhaltige Gestein der Hainleite zurückgelegt haben muss, ehe es hier ans Tageslicht tritt. Wissenschaftlich wird der Erdfall begründet durch eine geologische Störungszone die sich in Zerrüttung, Klüftung, Spaltung und Sprüngen äußert. Letztere bildeten sich infolge von Spannungen aus denen dann im Jahr 1611 der Erdfall urplötzlich eingebrochen ist.

    Dieses romantische Fleckchen steht auch im Mittelpunkt vieler Sagen. So wird zur Entstehungsgeschichte erzählt: "War da nämlich einmal ein Fuhrmann mit seinem Geschirr vorübergefahren, als plötzlich ein Erdrutsch geschah, so dass Mann und Pferd in die Tiefe sanken. Das Quecksilber aber, mit dem zufällig der Wagen beladen gewesen war, fraß sich immer weiter in die Erde hinein, bis eben ein ungemein tiefes, ja grundloses Loch entstand".

    Wie die Kindelbrücker aber auch zu erzählen wissen, sollen aus dem Gründelsloch all die kleinen Knäblein stammen, die im Städtchen geboren werden. Weiter wird erzählt, dass einmal eine von Greußen her kommende Kutsche samt Kutscher und Insassen im Wasser verschwunden seien. Die schönste Erzählung ist jedoch das Märchen von der guten Gründelslochfee, die es vermochte, dass ein vom bösen Wassermann gefangen gehaltenes junges Menschenkind befreit und seinen Angehörigen wiedergegeben werden konnte.


    Historische Zeittafel Kindelbrücks

    • um 550 n. Chr. vermutlich Entstehung Kindelbrücks als Brückensiedlung "Kindelbruccun"
    • 775 erste schriftliche Nennung als "Kindelbruccun" im Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld
    • 12.03.1291 die Stadtrechtsverleihung durch den Thüringer Landgrafen Albrecht II
    • 1349 hat Kindelbrück 1 Mühle und Hufen Land als landgräfliches Lehen
    • 1359 Überfall durch den Grafen Hermann von Beichlingen, Kindelbrück wird geplündert und gebrandschatzt
    • 1366 Die drei Thüringer Landgrafen Friedrich, Wilhelm und Baltasar schenken der Kindelbrücker Kirche 3,5 Hufen Land in der Kindelbrücker Flur
    • 04.06.1372 erneuern die drei Thüringer Landgrafen für Kindelbrück das Stadtrecht
    • 1372 ist sonntags der Wochenmarkt in Kindelbrück
    • 1389 Die zwei Backöfen in Kindelbrück sind dem Landsherrn zinspflichtig
    • 1409 wurde der Wochenmarkt auf den Mittwoch verlegt
    • 1424 Landgraf Friedrich schlichtet den Streit zwischen Kindelbrück und Kannawurf wegen 20 Hufen Land in der Kannawurfer Flur
    • 1426 erste Erwähnung eines regierenden Bürgermeisters und eines Rathauses
    • 1440-1486 Bau der Kirche "St. Ulrich"
    • 1445 hat Kindelbrück das Stadtgericht
    • 1460 Kindelbrück muss 4 Heerwagen, 8 Wagenknechte und 34 Fußknechte für die Landesrüstung stellen
    • 1483 Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht von Sachsen bestätigen der Stadt Kindelbrück ihre Privilegien
    • 1485 ist Waidmarkt in Kindelbrück
    • 1501-1521 Neubau des Rathauses
    • 1507 Strenger Befehl des Landesherrn Herzog Georg von Sachsen um Kindelbrück eine Stadtmauer zu bauen
    • 1508 Gründung der Kindelbrücker Schützenbrüderschaft
    • 1508-1538 Bau der Kindelbrücker Stadtmauer
    • 1508-1515 Bau der inneren Stadtmauer um St. Ilgen und Friedhof
    • 30.04.1925 Erstürmung der Kommende Griefstedt durch Bauern aus Kindelbrück und seiner Umgebung
    • 1528 Großfeuer in der Oberstadt, 60 Häuser und ihre Nebengebäude brennen ab
    • 29.06. - 07.07.1537 war es so kalt, dass die Wohnungen geheizt wurden
    • 1537/38 war der Winter so warm, dass zu Neujahr 1538 die Kornblumen und die Veilchen blühten
    • 1539 Einrichtung der Knabenschule in Kindelbrück
    • 1543 Kindelbrück schickt den ersten Knaben auf die Fürstenschule zu Pforta
    • 1558 Gründung der ersten Innungen in Kindelbrück
    • 1561 Einrichtung der Mädchenschule in Kindelbrück
    • 1562 Bau der Ölmühle
    • 1569 brannten 36 Häuser und ihre Nebengebäude um den Markt ab
    • 1575 starben 340 Einwohner an der Pest
    • 1576 wurde der Friedhof an die Kirche St. Ilgen verlegt
    • 1577 sind 129 Einwohner an der Pest gestorben
    • 1579 211 Einwohner starben an der Pest
    • 16.06.1582 durch ein Großfeuer brennen 117 Häuser restlos ab, etwa 3/4 der Stadt
    • 1583 Wiederaufbau des ausgebrannten Rathauses
    • 1584 Guss der großen und mittleren Glocke für die Kirche St. Ulrich vor dem Weißenseer Tor
    • 1588 Anbau des Pelzhauses an der Ostseite des Rathauses
    • 1589 Bau des Rathausturmes und Einbau des Uhrenwerks mit Sensenmann und Mondkugel
    • 1592 Guss der kleinen Glocke vor dem Weißenseer Tor
    • 1596/97 Einbau der Orgel in die Kirche St. Ulrich
    • 1597 an der Pest starben 124 Einwohner
    • 1605 kauft Kindelbrück vom Landesherrn das obere Gericht für 500 Gulden zum Wiederkauf
    • 1609 wurde die Seigerglocke auf dem Rathausturm gebracht
    • Nov. 1610 starben 502 Einwohner an der Pest
    • 1611 der Rat der Stadt kauft das Wipperrechtholz für 500 Gulden und jährlich 10 Gulden Zinsen
    • 03.05.1611 ist das Gründelsloch enstanden
    • 1618-1648 30-jähriger Krieg - ab 1623 hat Kindelbrück jedes Jahr Einquartierungen, Plünderungen und Brandschatzungen
    • 25.10.1650 war Großfeuer durch Streichhölzer in Kinderhand, 36 Häuser und ihre Nebengebäude brannten ab
    • 1663-1681 hatte Kindelbrück einen Oberbürgermeister
    • 1670 belehnt der Graf von Schwarzburg den Apotheker Christoph Vogler mit dem freien Siedelhof
    • 1683 über die Hälfte der Einwohner starben an der Pest
    • 12.03.1684 durch Großfeuer brennen 106 Häuser und ihre Nebengebäude ab, die halbe Stadt
    • 02.09.1696 starb der Arzt Dr. med. Nikolaus Großhayn
    • 20.09.1697 starb der Arzt Dr. med. Nikolaus Kästner
    • 20.09.1707 wurden die Särge der beiden o. g. Ärzte in die Gottesackerkirche St. Ilgen überführt
    • 1708/09 Bau der 1. Papiermühle in Kindelbrück
    • 1717 wurde die zweite Papiermühle an der Riethbrücke gebaut
    • 1730 der Bornsgraben wird durch die Stadt geleitet
    • 1735 verkaufte der Rat der Stadt das Niederbackhaus für 650 Gulden an Johann Christoph Rödiger
    • 1743 die zweite Papiermühle wird stillgelegt
    • 1756-1763 im 7-jährigen Krieg muss Kindelbrück Rekruten, Pferde, Fourage und Futtermittel stellen, sowie Kriegslasten zahlen
    • 26.01.1761 Gefecht um Kindelbrück
    • 05.06.1761 brennt Kindelbrück ab
    • 1762 erfolgte der Guss der 3 Glocken vor dem Weißenseer Tor
    • 1771 war eine Missernte und große Teuerung
    • 1781-84 erfolgte der Wiederaufbau der Kirche St. Ulrich
    • 1788 das ausgebrannte Rathaus wurde wiederaufgebaut
    • 1792 die zweite Papiermühle wurde zur Ziegelbrennerei umgebaut
    • 1813 ist der Saal des Schützenhauses Lazarett
    • 18.05.1815 Kindelbrück wird preußisch
    • 1818 besitzt die Kommende Griefstedt 374,5 Acker in der Kindelbrück Flur
    • 1820/22 erfolgte der Anbau des Ratskellers an das Rathaus
    • 1829 wurde der Forst "Gräfenholz" für 8190 Reichstaler gekauft
    • 1830 die Überbaue vom Weißenseer Tor und Frankenhäuser Tor werden entfernt, der Ort erhält eine "Postexpedition"
    • 27.06.1834 durch wolkenbruchartigen Regen stürtzten etwa 50 m der Südseite der Stadtmauer ein
    • 1840 die Kalkhütte auf dem Kalkplatz wird abgebrochen
    • 1848 musste Bürgermeister Wesendorf abdanken
    • 1848 war die Fahnenweihe der Bürgerwehr auf der Wörth, das war auch das erste Kinderfest in Kindelbrück
    • 1850 wurde das Friedhofstor in die Stadtmauer gebrochen
    • 1853-56 Durchführung der Separation in Kindelbrück
    • 1862 sind in Kindelbrück noch 122 selbstständige Handwerksmeister
    • 28.02.1970 wird der Backhauszwang aufgehoben
    • 1871 kaufen Bodenheim u. Co die Kindelbrücker Papierfabrik
    • 1873 endgültige Ablehnung des Eisenbahnanschlusses für die Stadt Kindelbrück
    • 1875 Stillegung der Kindelbrücker Papierfabrik
    • 1886 Karl Naumburg gründet die Kindelbrücker Zeitung
    • 1888 richten Baumann und Neufeld die Schuhfabrik in Kindelbrück ein
    • 1889 die Pfortentür wird durch die Stadtmauer gebrochen
    • 11.-12.03.1891 war die 600 Jahrfeier der Stadt Kindelbrück
    • 23.02.1891 wurde ein 7,5 kg schwerer Fischotter in der Wipper gefangen
    • 1902 wurde das Eisenbahnprojekt Bretleben-Oldisleben-Kindelbrück-Greußen abgelehnt
    • 1903 Stillegung der Kindelbrücker Schuhfabrik
    • 1907 kaufte der Magistrat der Stadt die stillgelegte Schuhfabrik
    • 1907/08 einrichten des städtischen E-Werkes in der ehemaligen Schuhfabrik
    • 28.06.1908 konnten zum ersten mal die elektrischen Lampen der Stadt eingeschaltet werden
    • 1908 die Molkereigenossenschaft wurde gegründet
    • 1911/12 ist das Kindelbrücker Stadtbad auf der Wörth gebaut wurden
    • 01.10.1913 beginnt Wiedemann mit der Kofferproduktion in Kindelbrück
    • 01.07.1914 gründet Robert Haeßler die Kofferfabrik Kindelbrück
    • 1914/18 im ersten Weltkrieg hat Kindelbrück 54 Gefallene, 2 Vermisste und 7 gestorbene Soldaten zu beklagen
    • 06.03.1919 fand ein Gefecht zwischen Arbeitern und Jägern der Reichswehr am Rondel statt
    • 15.01.1920 hat Robert Haeßler die Fabrikanlage gekauft
    • 23.11.1920 gibt Kindelbrück die erste Serie des Notgeldes heraus
    • 1921 wurde die zweite Serie der Notgeldscheine herausgegeben
    • 17.08.1923 sind die zwei Kindelbrück Inflations-Geldscheine in den Umlauf gebracht wurden
    • 1926 die Dampfmolkerei wird in die Unterstadt verlegt
    • 1928 der Bau der Kalkplatzsiedlung beginnt
    • 19.03.1933 wurde die Turnhalle auf dem Rieth gebaut
    • 1935/36 erfolgte eine Generalreparatur des Rathauses und des Rathausturmes
    • 22.02.1938  war ein Großbrand in der Kofferfabrik, Haeßler u. Co
    • 01.04.1939 wurde das städtische Elektrizitätswerk stillgelegt
    • Juli 1939 war das letzte Kinderfest auf der Wörth
    • 1939/45 im zweiten Weltkrieg sind aus Kindelbrück 138 gefallen, 2 vermisst und ein Soldat gestorben
    • 12.03.1941 konnte die 650 Jahrfeier infolge des 2. Weltkrieges nicht durchgeführt werden
    • 1942 musste die große und die mittlere Glocke abgeliefert werden
    • 1942 stellte die Kindelbrücker Zeitung den Druck ein
    • 10.04.1945 die Kofferfabrik stellte die Produktion ein
    • 10.04.1945 führte Hauptmann Lange den Befehl nicht aus, im Morgengrauen die 2 Wipperbrücken zu sprengen und mit dem Volkssturm Kindelbrück zu verteidigen
    • 11.04.1945 erfolgte die kampflose Übergabe Kindelbrücks an ein amerikanisches Truppenkommando. Die amerikanische Stadtkommandantur wurde in der Villa Lange eingerichtet
    • April/Mai 1945 war die Kofferfabrik Kindelbrück Behelfskriegsgefangenenlager der Alliierten
    • 30.06.1945 wurde die amerikanische Stadtkommandantur geräumt
    • 02.07.1945 Kindelbrück wurde von einem Kommando der Roten Armee besetzt. Die sowjetische Kommandantur wurde in der Villa Lange eingerichtet
    • 1945 gründete der Steinsetzermeister Arno Siebert einen Straßen- und Tiefbaubetrieb
    • 18.08.1945 wurde die Kofferfabrik wieder in Betrieb genommen
    • Herbst 1945 nimmt Kindelbrück etwa 250 Umsiedler auf
    • Okt. 1945 wurde die Schulreform in Kindelbrück durchgeführt
    • 1946 erfolgte die Einrichtung einer Wäschefabrik
    • 16.02.1946 ist eine Konsumverkaufsstelle eingerichtet wurden
    • Juli 1946 das Kindelbrücker Kinderfest wurde zum ersten Male auf dem neuen Festplatz, auf dem Rieth, gefeiert
    • 08.09.1946 erhält die LDPD bei der Kommunalwahl die Stimmenmehrheit und stellt künftig den Bürgermeister
    • 1946/47 erfolgte der Ausbau des Rathaussaales, es wurden Verwaltungsräume geschaffen
    • 1947 richtete die landwirtschaftliche Berufsschule Weißensee eine Außenstelle im Gasthaus "Zum goldenen Löwen" ein
    • 01.09.1948 Verlegung der Außenstelle in die Baracke am Parkweg
    • 28.10.1949 erhält Kindelbrück die große Glocke zurück
    • 05.09.1951 der Treuhandbetrieb Kofferfabrik wird volkseigen (VEB)
    • Frühjahr 1952 wurde der "Örtliche Landwirtschaftsbetrieb" gegründet
    • 1953/54 erfolgte der Bau der neuen Schule
    • Sommer 1953 das Rathaus wurde außen und innen renoviert
    • 1954/55 der erste Bauabschnitt der Kanalisation wurde realisiert
    • 18.05.1955 gründeten 4 Einzelbauern die LPG Typ I
    • 01.09.1955 ist die Kreisgärtnerei in Kindelbrück gegründet wurden
    • 01.03.1956 vollzog die LPG Typ I den Übergang zur LPG Typ III
    • 1956 erfolgte der Bau einer neuen Brücke über die Mühlwipper
    • 1956/57 ließ der Rat der Stadt 3 Tiefbrunnen für die künftige Wasserleitung bohren
    • 1957 ist das Schützenhaus zum "Theater des Friedens" umgebaut wurden
    • 1957 wurden die Eigenheime am unteren Stadtgraben gebaut
    • 1957/58 das Lehrerwohnhaus mit 4 WE ist in längst vergessener Lehmbauweise gebaut wurden
    • 1958/59 erfolgte der Bau des "Ländlichen Einkaufszentrums" in der Goethestraße
    • 1960 sind in Kindelbrück noch 22 selbständige Handwerksmeister
    • 01.06.1960 wurde die GPG "Leuchtfeuer" Kindelbrück gegründet
    • Aug. 1961 Gründung der PGH "Granit" Kindelbrück
    • 1969 entstand der Kooperationsverband "Neues Deutschland" Kindelbrück
    • 24.04.1972 Überführung der PGH "Granit" Kindelbrück in Volkseigentum und Eingliederung in das VE Straßen- und Tiefbaukominat Erfurt als Betrieb Kindelbrück
    • 01.01.1973 ist die "Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion" Kindelbrück gegründet wurden
    • 01.01.1977 Gründung der LPG "Obstproduktion" Kindelbrück
    • 1976 Gründung des Gemeindeverbandes Kindelbrück
    • 1985/86 erhält die 1953/54 erbaute Schule einen gleichgroßen Erweiterungsbau
    • Herbst 1989 sind auch in Kindelbrück die Montagsdemonstrationen gegen die SED Regierung
    • 05.06.1990 bei der Kommunalwahl erhält die CDU die Stimmenmehrheit und stellt den Bürgermeister
    • 01.06.1990 Frau Angelika Dietrich ist nun die 3. Bürgermeisterin in der Stadt Kindlbrück
    • 12.03.1991 Festsitzung der Stadtverordnetenversammlung zum 700. Jahrestag der Stadtrechtsverleihung in der Aula unserer Schule
    • 14. Juli 1994 werden Tauchversuche im "Gründelsloch" für wissenschaftliche Untersuchungen vorgenommen
    • 1994 40 Jahre nach Übergabe der Regelschule erhält diese den Namen "Paul Rödiger", nach einem verdienten Bürger der Stadt
    • 18. April 1996 Richtfest Klärwerk Gewerbegebiet auf dem Rieth
    • 11. September 1996 Eröffnung des EDEKA-Marktes auf dem Rieth
    • 1997 Umbau des Ratskellergebäudes sowie der Nebengebäude als Bürohaus für die Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück; Umzug im November
    • 1999 Sanierung der Stadtmauer und der Friedhofskapelle

    (Autoren: O. Günther, SR. Dr. W. Heyne, W. Karnett, H. Stöpel)