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Wasser, Abwasser

Gewässerschutz, Abwasserentsorgung, Gewässerverunreinigung, Gewässergüte, Niederschläge, Heizöllageranlagen


Zuständig für den Gewässerschutz von Gewässern 1.Ordnung ist das Landratsamt Sömmerda / für Gewässer 2.Ordnung die Städte und Gemeinden

Abwasserentsorgung

Der in den alten Bundesländern erreichte Anschlussgrad an kommunale Kläranlagen von über 90 % zeigt, welche Anstrengungen noch bei der weiteren Erschließung im Freistaat Thüringen erforderlich sind. In den nächsten Jahren muss besonders die Abwasserentsorgung in den Gemeinden mit mehr als 2.000 EW verbessert werden.

Im Jahre 1995 waren 88,9 % der Einwohner des Landkreis Sömmerda an die öffentliche Kanalisation (Thüringen 89,4 %) angeschlossen, 38,1 % an eine Verbandskläranlage (Thüringen 53,5 %). Bis zum Jahr 2005 sollen alle Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern aufgrund der Regelungen der "Thüringer Verordnung zur Umsetzung der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser" an die zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen werden. Vor allem im ländlichem Raum macht sich bis dahin und in Einzelfällen auch darüber hinaus eine eigenständige Abwasserbeseitigung erforderlich. Genehmigungen für die direkte Einleitung des vorgereinigten häuslichen Abwassers in ein Gewässer oder den Untergrund (Versickerung) erteilt die untere Wasserbehörde im Landratsamt Sömmerda.


Ein Indikator für die Entwicklung der Abwasserentsorgung ist der Anschlussgrad der Bevölkerung an kommunale Kläranlagen. Waren 1990 in Thüringen erst 43 % der Bevölkerung an eine kommunale Kläranlage angeschlossen, so hat sich dieser Anteil bis 1999 auf 62 % erhöht.
Zugleich wurde ein entscheidender Fortschritt bei der Ertüchtigung und Modernisierung der Kläranlagen erreicht. So konnte der Anteil der Bevölkerung, dessen Abwässer in kommunalen Kläranlagen nur unzureichend mechanisch gereinigt wird, von 17 % auf ca. 1 % gesenkt werden. Dagegen hat sich der Anteil mit Phosphor- und Stickstoffelimination von 0% auf 35% erhöht.

Nährstoffeliminierung (3. Reinigungsstufe)
über die klassische, mechanisch-biologische Abwasserbehandlung hinausgehende Behandlung von Abwässern zur weitergehenden Entnahme der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor aus Kläranlagen.

Grundsätzlich sind gemäß § 58 Thüringer Wassergesetz (ThürWG) die Städte und Gemeinden die Träger der kommunalen Abwasserentsorgung. Die Gemeinden können sich zur Erfüllung dieser Aufgaben aber auch zu Verbänden zusammenschließen.

Genehmigungen/Erlaubnisse nach Wasserrecht

Grundsätzlich bedürfen Gewässerbenutzungen einer wasserrechtlichen Genehmigung durch die zuständige Behörde. Die Zuständigkeiten sind im § 105 Thüringer Wassergesetz (ThürWG) geregelt, wobei in den meisten Fällen die untere Wasserbehörde ( Landratsamt Sömmerda ) zuständig ist.

Benutzungen von Gewässern im Sinne der Wasserwirtschaft sind
gemäß § 3 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sind:

Entnehmen und Ableiten von Wasser aus dem Grundwasser und oberirdischen Gewässern (Wasserentnahmen),
Aufstauen und Absenken von oberirdischen Gewässern;
Einbringen und Einleiten von Stoffen in oberirdische Gewässer und in das Grundwasser (z.B. Einleitungen von vorgereinigtem Abwasser direkt in ein Oberflächengewässer oder in das Grundwasser),
Einleiten von Stoffen in das Grundwasser,
Entnehmen fester Stoffe aus oberirdischen Gewässern,
soweit dies auf den Zustand des Gewässers oder auf den Wasserabfluss einwirkt.

Im Sinne des "Gemeingebrauchs" darf jedermann oberirdische Gewässer (mit Ausnahme von Talsperren, die der öffentlichen Wasserversorgung dienen) sowie künstlich fließenden Gewässern zum

Baden, Tauchen, mit und ohne Atemgerät
Tränken, Schwemmen, Schöpfen mit Handgefäßen,
Eissport und Befahren mit kleinen Fahrzeugen ohne eigene Triebkraft
ohne Genehmigung benutzen, soweit nicht andere Rechtsvorschriften oder Rechte anderer entgegenstehen und soweit Befugnisse anderer dadurch nicht beeinträchtigt werden. Dasselbe gilt für das Einleiten von nicht verunreinigtem Quell- und Grundwasser und für Niederschlagswasser, das nicht von gewerblich genutzten Flächen abgeleitet wird.

Genehmigungsbedürftig sind auch wesentliche Änderungen eines Gewässers bzw. deren Herstellung oder Beseitigung im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens sowie Vorhaben in Wasserschutz-, Heilquellenschutz- oder Überschwemmungsgebieten.

Auch die Errichtung von Bauwerken an (z.B. Brücken, Bebauung im Uferbereich) und in Gewässern (Durchlässe, Wehre, Gewässerkreuzungen mit Leitungen) sind genehmigungspflichtig.

Die Lagerung und der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (z.B. Heizöl) bedarf ebenfalls einer wasserechtlichen Genehmigung.


Fischsterben und Gewässerverunreinigungen

Gewässer sind als Bestandteile des Naturhaushaltes und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu sichern. Trotz vorbeugender Maßnahmen ist aber nicht auszuschließen, daß durch Unfälle oder unsachgemäßen Umgang mit wassergefährdenden Stoffen der Boden oder Gewässer verunreinigt werden.
Häufig kommt es dabei zu Fischsterben und anderen gewässerökologischen Schädigungen, nicht selten werden die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser oder die Funktion von Abwasserbehandlungsanlagen gefährdet.

Anzeichen für Gewässerverunreinigung:

Geruch
Färbung
Trübung
Schwemmstoffe
Ölfilm auf dem Wasser
Stabile Schaumflocken
Sterbende oder tote Fische
Was ist zu tun?
sofort eine Nachricht an die untere Wasserbehörde Tel.: 03634/354-765
oder Polizei (Tel. 110 oder 03634/3360) informieren
oder Feuerwehr (Tel. 112) informieren (Leitstelle: 0361/7415101)
Untere Wasserbehörde, Polizei und Feuerwehr benachrichtigen sich untereinander bei einer entsprechenden Meldung über Fischsterben oder Gewässerverunreinigungen und leiten die erforderlichen Maßnahmen (z.B. Errichtung von Ölsperren, Verursacherermittlung, Entnahme von Wasserproben und ggf. verendeten Fischen zur weiteren Untersuchung) ein.


Oberflächengewässer und Gewässergüte

Das Territorium des Landkreises Sömmerda entwässert vollständig über die Unstrut zur Saale und zur Elbe. Entsprechend der Höhenlagen (Wasserscheiden) kann das Gebiet des Landkreises in Flußeinzugsgebiete unterteilt werden. Diese Gebiete stellen jeweils die Fläche dar, bei denen der Abfluß der Niederschläge unmittelbar in ein bestimmtes Gewässer erfolgt. Diese Angaben sind unter Berücksichtigung der Niederschlagsmenge und der Leistungsfähigkeit der Vorfluter wichtig für die Vorhersage möglicher Hochwasserereignisse. Ein bedeutendes Standgewässer ist das Rückhaltebecken Straußfurt (Stauraum 19,2 Mill. m3, Wasserfläche 9,0 km2).

Klassifizierung der Fließgewässer

Fließgewässer werden in Thüringen hinsichtlich ihrer Bedeutung in zwei Gruppen klassifiziert. Gewässer 1. Ordnung stellen die bedeutsamen Fließgewässer wie die Unstrut, die Unstrut-Lossa, die Wipper, die Helbe mit Steingraben und Lache sowie die Gera dar, während alle anderen Gewässer als Gewässer 2. Ordnung deklariert sind. Bedeutsame Gewässer 2. Ordnung im Landkreis Sömmerda sind die Gramme, die Vippach, die Scherkonde, die Lossa und die Schafau.

Im Landkreis Sömmerda befinden sich ca. 1.200 km Gewässer 2. Ordnung, für deren Unterhaltung die Gemeinden zuständig sind. Im Auftrag der unteren Wasserbehörde wird derzeit ein Kataster der Gewässer 2. Ordnung erstellt.
Dieses Kataster beinhaltet neben der LAGA-Kennziffer, die in einem bis zu 15stelligem Schlüssel eine genaue Zuordnung des Gewässers im Sinne einer "Hausnummer" gewährleistet, eine Vielzahl von Informationen zu den Gewässerprofilen, Bauwerken an Gewässern (Brücken, Durchlässe, Wehre) sowie naturschutzfachliche Informationen zur Vegetation an den Gewässern.

Gewässergüte

Die Gewässergüte wird nach dem Saprobienindex nach DIN 38410 (Bewertung der Gewässerbelastung mit biologisch leicht abbaubaren organischen Stoffen) bestimmt. Es werden die Güteklassen I (unbelastet bis sehr gering belastet) bis IV (übermäßig verschmutzt) unterschieden.

Güteklasse Grad der organischen Belastung

I unbelastet bis sehr gering belastet
I-II gering belastet
II mäßig belastet
II-III kritisch belastet
III stark verschmutzt
III-IV sehr stark verschmutzt
IV übermäßig verschmutzt


Prozentuale Güteklassenverteilung der klassifizierten Fließgewässer Thüringens

Güteklasse 1991 1993 1995 1997 1999

I 1,1 0,9 1,5 1,7 2,0
I-II 2,9 1,3 2 5,8 6,5
II 12,3 23,9 35,0 46,4 48,7
II-III 48,2 55,5 51,0 36,9 34,1
III 24,9 11,7 8,0 7,2 6,9
III-IV 8,2 5,7 2,5 1,5 1,7
IV 2,4 1,1 - 0,5 0,1


Seit 1991 ist eine überaus positive Güteentwicklung erkennbar. Der Anteil der Gewässer mit einer guten bis sehr guten Qualität (Gewässergüteklasse II und besser) lag 1999 bei 57%, 1991 bei 16 %. Gleichzeitig nahm der Anteil stark bis übermäßig stark belasteter Gewässerabschnitte in der Güteklasse III bis IV ab und ist 1999 nur noch in 8,7 % der klassifizierten Gewässer anzutreffen.
Während in den vergangenen Jahren insbesondere in größeren Fließgewässern auffällige Güteverbesserungen zu beobachten waren, betreffen seit 1997 die Verbesserungen meist nur mittlere und kleinere Gewässer. Da die kürzeren Gewässerverläufe die Statistik nur wenig beeinflussen, hat sich die Güteklassenverteilung gegenüber 1997 nur wenig geändert.

Übersicht Einzugsgebiet
Übersicht Gewässer
Gewässergüte 1993
Gewässergüte 1997
Gewässergüte 1999


Hydrogeologie


Der geologische Aufbau des Landkreises Sömmerda im Zentrum des Thüringer Beckens ist recht einheitlich. Es herrschen Schluff- und Tonsteine des Keupers vor, die zu großen Teilen mit einer Lößdecke überzogen sind. Im Nordosten (Finne, Schmücke und Hainleite) stehen Sandsteine des Buntsandsteins an. Die Grenze zwischen Keuper- und Buntsandsteinverbreitung wird durch die von Südost nach Nordwest verlaufende Finnestörung gebildet. Die Auen der Unstrut und ihrer Nebenflüsse sind durch Lockergesteinsbedeckung gekennzeichnet.

Übersicht Bodenarten

Niederschläge:

Der Landkreis Sömmerda gehört mit seinem westlichen Teil dem mitteldeutschen Trockengebiet an, während sich der östliche Teil in einer lokalen Luvlage (Finne und Hohe Schrecke) befindet. Die Niederschlagssummen überschreiten 800 mm an verschiedenen Punkten auf der Schmücke bei Beichlingen und der Hohen Schrecke nördlich Großmonra in Höhenlagen über 300 m NN. Werte zwischen 700 und 800 mm konzentrieren sich auf die unteren Bereiche dieser Höhenzüge zwischen Beichlingen und Rastenberg sowie die Vorberge südlich von Bachra.

Für den übrigen östlichen Teil des Landkreises außerhalb der Niederungen sind Niederschlagssummen um 650-700 mm kennzeichnend. In der Talsenke zwischen Kölleda und Buttstädt werden 600-650 mm nicht überschritten.

Die gesamte Unstrut-Helme-Niederung empfängt jährliche Niederschlagssummen unter 600 mm. In den zentralen Teilen um Großrudestedt, Sömmerda und Weißensee werden 550 mm unterschritten.

Übersicht Niederschläge

Grundwasserneubildung:

Der Prozess der Grundwasserneubildung schließt im Wasserkreislauf die Verbindung zwischen Oberflächenwasser und Grundwasser. Im Landkreis Sömmerda überschreiten die Grundwasserneubildungsraten nicht 300 mm/a. Die höchsten Werte (200-300 mm/a) sind auf den Höhenzügen der Schmücke und Hohen Schrecke zwischen Beichlingen und Rastenberg zu verzeichnen.

Großflächige Bereiche mit Neubildungsraten um 150-200 mm/a kommen auf den übrigen exponierten Flächen in Geländehöhen von 200-250 m NN vor. Die unteren Hangbereiche zur Helme-Unstrut-Niederung hin sind durch Werte um 100-150 mm/a gekennzeichnet.

Die niedrigsten Grundwasserneubildungsraten (50-100 mm/a, in den zentralen Teilen unter 50 mm/a) sind in der Helme-Unstrut-Niederung lokalisiert. Auf den mit Auelehm bedeckten Flächen findet eine Grundwasserneubildung praktisch nicht statt.

Übersicht Grundwasserneubildung

Heizöllageranlagen


Heizöllagerungen unterliegen der Anzeigepflicht bei der unteren Wasserbehörde. Alle unterirdischen Anlagen und alle oberirdischen Anlagen mit mehr als 1000 Litern Fassungsvermögen sind anzuzeigen.
Neben dem ausgefüllten und unterschriebenen Anzeigenformular (zweifach) sind folgende Unterlagen ebenfalls zweifach bei der Antragstellung einzureichen:
Anlagenbeschreibung bzw. Zeichnung, aus der hervorgehen muß, aus welchen Anlagenteilen (Behälter, Rohrleitungen, Auffangwanne,
Leckanzeigegeräte, Grenzwertgeber) die Anlage besteht, die wesentlichen Abmessungen müssen erkennbar sein
Kennzeichnung des genauen Anlagenstandortes durch eine aussagekräftige Karte (Flurkarte o.ä.)
Zulassungen für die eingebauten bzw. einzubauenden Anlagenteile (Behälter, Leckanzeigegeräte, Grenzwertgeber, Beschichtung der Auffangwanne)
diese Unterlagen erhalten Sie vom Fachbetrieb


Auch nicht anzeigepflichtige Anlagen müssen die Bestimmungen der Thüringer Anlagenverordnung (ThürVAwS) erfüllen. Es empfiehlt sich daher, sich vor dem Bau der Heizölanlage bei einem anerkannten Fachbetrieb oder der Wasserbehörde zu informieren. Anerkannte Heizungsbaufachbetriebe können eine Fachbetriebsurkunde nach § 19 l Wasserhaushaltsgesetz (WHG) vorweisen. Anlagen mit mehr als 1000 Litern Heizöl dürfen nur von einem Fachbetrieb nach § 19 l WHG eingebaut werden.

Heizölanlagen dürfen nicht überall errichtet werden. Informationen dazu, ob eine Heizöllagerung möglich ist (Einschränkungen und Verbote bestehen in Trinkwasserschutzzonen und Überschwemmungsgebieten) sind bei der unteren Wasserbehörde erhältlich.
Die Inbetriebnahmeprüfung muß durch eine in Thüringen zugelassene Sachverständigenorganisation durchgeführt werden, dies gilt auch für bereits errichtete Anlagen (nachträgliche Prüfung). Die komplette Liste der in Thüringen zugelassenen Sachverständigenorganisationen ist bei der unteren Wasserbehörde erhältlich.

Wasserschutzgebiete

Trinkwasserschutzzonen werden im Bereich der Fassungsanlagen sowie deren Wassereinzugsgebiet festgelegt, um das Grundwasser in diesem Bereich vor schädlichen Einflüssen besonders zu schützen. Sie bestehen in der regel aus 3 Bereichen, in denen unterschiedliche Einschränkungen bz. Restriktionen bei der Flächennutzung zum Schutz des Grundwassers festgelegt werden. So bedürfen Bauvorhaben oder die Lagerung von Heizöl in der Schutzzone II entsprechender Ausnahmegenehmigungen durch die Wasserbehörden.