Ortsdurchfahrt

Gemeinde Riethgen

gemeinde Riethgen

Lage

Die Gemeinde Riethgen, südöstlich von Kindelbrück gelegen, zählt einwohnermäßig zu den kleineren Gemeinden unserer Verwaltungsgemeinschaft. Riethgen wurde im Jahre 786 im Güterverzeichnis der Abtei Hersfeld erstmals urkundlich erwähnt. Das kleine Dorf hat sich zu einem beschaulichen Ort entwickelt.
Schon bei einer Ortsdurchfahrt sind die liebevoll gestalteten Häuser mit ihren Innenhöfen schön anzusehen. Vor allem auf die Gaststätte "Unstrutperle" mit dem sanierten Gemeindesaal und dem neu errichteten Dorfgemeinschaftshaus sind Riethgen's Einwohner besonders stolz. Das Wildgehege bei Riethgen mit seinen vielen Tieren lädt zum Beobachten ein.


Entstehung des Namens "Riethgen"

Erwähnt wird um 1273 und 1315 ein "Niederrieth" und 1339 ein "Tüzelrieth". Südlich von Riethgen soll sich ein mit Gräben umgebenes Stück Land befinden, welches "das alte Dorf" oder "Altendorf" heißt. Man geht davon aus, dass es zwei Dörfer mit Namen Rieth gegeben hat. Eines von Ihnen hat sich zum heutigen Riethgen entwickelt. Rieth bedeutet Sumpfgebiet.

Riethgen könnte für "kleines Sumpfgebiet" stehen, von der Unstrut durchflossen und später als Lebensraum von und für den Menschen kultiviert.

Die Ersterwähnung erscheint 786 im Güterverzeichnis der Abtei Hersfeld.


Thomas-Müntzer-Siedlung

1809 kam die Commende in den Besitz des sächsichen Königs August des Starken. Die Commende trägt heute den Namen des großen Bauernführers "Thomas-Müntzer. Die Thomas-Müntzer-Siedlung ist Ortsteil von Riethgen.


Kirche 

Die erste Kirche in Riethgen sei Anfang 1600 erbaut und in Kriegswirren dem Erdboden gleichgemacht worden. Genaues hierzu weiß man nicht. Doch möglich ist es, denn 1525 wurde der Pfarrer der Komturei Griefstedt nach Riethgen versetzt und die Commende wurde Filial von Riethgen. Die Herstellung der "neuen" Kirche erfolgte 1661/62. Sie galt als prächtig ausgestattet, aber mit einem "geschmacklosen" Turm, welcher 3 Glocken innehatte. Die sollen 1819 von den Gebrüdern Ullrich in Apolda gegossen worden sein. Wer heute die Kirche besucht, findet sie eingebettet in einer weitläuftigen, wunderschönen Parkanlage. Sie hat den klangvollen Namen: Trinitatiskirche zu Riethgen.


Die Untstrut

Es ist ein fruchtbares Land, denn der Fluss Unstrut tränkt den Boden, so dieser durstig ist, lässt saftiges Gras wachsen für das Vieh, wenn es hungrig ist, sorgte für Abwechslung auf dem Mittagstisch, wenn die Mäuler zu stopfen waren. Wahrscheinlich war das in der Vergangenheit auch einer der Hauptgründe, warum Riethgen und die Commende immer wieder von Plünderern und allerei hungrigem Kriegsvolk heimgesucht wurden.

Überhaupt ist die Unstrut ein Fluss mit wechselvoller Geschichte. Entspringen tut sie bei Kefferhausen im Obereichsfeld als kleines Rinnsal, um später, nach 189 Kilometern durch das Thüringer Becken und die Goldene Aue, in die Saale zu münden. Bei Sachsenburg passiert der Fluss die berühmte Thüringer Pforte.

1358 betrieb man auf der Unstrut sogar Flößerei und später, um 1778, auf einer 72 Kilometer langen Route von Bretleben bis zur Mündung in die Saale bei Naumburg, sogar eine Binnenschifferei.

An den Ufern der Unstrut, so die Annalen, wurde thüringische und deutsche Geschichte geschrieben. So wurden in der Schlacht bei Burgscheidungen um 531, die Thüringer von den Franken und Sachsen geschlagen und das Königreich schwer erschüttert. Es zerfiel, als König Herminafried 534 ermordet wurde. Auch Kaiser Heinrich I weilte an der Unstrut und schlug mit einem Reiterheer im März 933 die in Thürigen und Sachsen eingefallenen Ungarn.

Viele Ortsnamen entlang der Unstrut beinhalten die Silbe "Rieth". Riethgen, Kalbsrieth, Nikolausrieth u. ä. zeugen davon, dass die Unstrut in früheren Jahrhunderten durch Sumpfgebiet floß. 114 sollen die von König Konrad III gerufenen Flamen die Gegend bis 1179 kultiviert haben. Sie galten als Experten für die Trockenlegung von Sumpflandschaften.